Im Anschluss an den am 30.9.09 im Bergisch Gladbacher Viktoriakiino gezeigten Film "Monsanto, mit Gift und Genen", präsentiert von BUND, Deutscher Allergie- und Asthmabund sowie INKOTAnetzwerk e. V. entwickelte sich eine interessante Diskussion:
Durch den Aufkauf von Saatguterzeugern und Schikanierung konventioneller Bauern kommt es inzwischen zur weltweiten Dominanz der ursprünglich als Chemieunternehmen gegründeten Firma Monsanto. 80 % der Sojaproduktion stammt heute aus RoundUp-Ready Saatgut. Die Herbizidresistenz ist auch ökologisch ein Desaster: Alle anderen Pflanzen, auch solche in der Nähe von Gentechnikfeldern, werden komplett vernichtet. Besonders heimtückisch ist auch die genetische Verschmutzung von z. B. alten Maissorten in Mexico, die ein unschätzbares Potential für die jahrhundertalte herkömmliche landwirtschaftliche Nahrunsmittelproduktion darstellten.
Die Zuschauer waren sich einig in ihrer Empörung über das kriminelle, von Profitgier getriebene Verhalten des Unternehmens Monsanto. Aber es wurde auch auf die Machenschaften anderer Konzerne hingewiesen. Und natürlich spielt die Politik die größte Rolle in dieser Thematik, denn durch fehlende Kontrolle und Sorgfaltspflicht bei der Prüfung des Auswirkungen auf die Menschen ermöglicht sie erst dieses unregulierte Verhalten - versteckt unter dem Begriff "Entbürokratisierung". Hinzu kommt, dass durch die Gesetzgebung eine Patentierung natürlichen biologischen Erbguts - welches ja kombiniert wird - erlaubt ist. Dieses natürliche biologische Erbgut ist eigentlich eine Resource der gesamten Menschheit. Die Möglichkeit der legalen Patentierung von Saatgut ist die alleinige Motivation der Konzerne, denn ohne die daraus resutierenden Lizenzgebühren bestünde natürlich überhaupt kein Interesse an Genmanipulationen.
Wenn wir uns nicht wehren, ist es nur eine Frage der Zeit, bis bei uns amerikanische Verhältnisse herrschen. Immerhin haben in Deutschland Hersteller die Möglichkeit, gentechnikfreie Produkte zu kennzeichnen. Dies ist für uns Verbraucher von besonderer Bedeutung bei tierischen Produkten wie Eier, Fleisch und Milch, denn dort muss die Verwendung von Gentechnikfutter nicht deklariert werden. Doch bis alle die freiwillige Kennzeichnung - sicherlich erst ermöglicht nach intensiven und wirkungsvollen Verbraucherprotesten - verwenden, kann man natürlich durch den Kauf von Bioprodukten seinen eigenen Beitrag leisten.
Das 1. Bergisch Gladbacher Filmfestival mit sieben anspruchsvollen Dokumentarfilmen wie: "Die dünnen Mädchen, Faustrecht, Die Schuld eine Frau zu sein, Streik(t)raum, Zuoz - Schule der Elite, Monsanto mit Gift und Genen, Ihr Name ist Sabine" wurde von ca. 600 Zuschauern (350 Schüler und 250 Erwachsene) besucht. 20 Vereine und Institutionen, örtliche und bundesweite, vertraten als Filmpartner die Filme und standen dem interessierten Publikum für Fragen und Diskussion zur Verfügung. Wir freuen uns über diesen schönen Erfolg. Das bundesweite Filmfestival ist ein Projekt der "Die Gesellschafter", einer Initiative der "Aktion Mensch" und wird in 120 deutschen Städten gezeigt. Unser Dank geht an die Stadtkoordinatoren Janine Beier vom Mehrgenerationenhaus und Ulrich Weber von Rheinberg-tv sowie an die Eheleute Brunotte und den Mitarbeitern des Viktoria-Kinos, die dieses Filmfestival ermöglichten.


