Vor Ort in Witzhelden.
(Foto: Jakob Henning Fromme)
Ein Hinweis aus Leichlingen führte zum alten Wasserturm und dem nahegelegenen Kinderspielplatz. Dort stehen jeweils ca.10 Obstbäume, die etwa 15 Jahre alt sind und die längere Zeit nicht fachgerecht gepflegt wurden. An jedem Obstbaum steht eine Stele mit einem Foto und einer Beschreibung der Apfelsorte. Nach der Kontaktaufnahme mit dem Wasserturmverein und dem Rosenverein begutachtete Herr Müller zusammen mit Herrn Schwarz vom Wasserturmverein, Herrn Mahn vom Rosenverein und dem ehemaligen Vorsitzenden des Witzheldener Verschönerungsvereins die Obstbaumbestände. Gemeinsam wurden Überlegungen zur Obstbaumpflege und zu Obstbaumschnittkursen in Witzhelden getroffen.
Zur Historie: Hauptlehrer Carl Hesselmann erstellte einen Mustergarten für Obstbäume in Wilhelmstal, züchtete Obstbäume und empfahl diverse Obstsorten für den Anbau in der Bergischen Obstkammer. Er gründete den Bergischen Obstbauverein in Wuppertal-Vohwinkel und die Rosenfreunde des Bergischen Landes in Jahr 1877. Der Schwerpunkt der Arbeit von Hauptlehrer Stamm war die Züchtung von Wurzelunterlagen, darunter "Stamms Sämling", auch "Stamms Liebling" oder "Stamms Apfel" gennant. Herr Stamm motivierte seine Schulkinder, Obstkerne zu sammeln, und schenkte jedem Absolventen einen Obstbaum. Insgesamt hat er über 4.500 Obstbäume verteilt.
Das Züchten von Sämlingsunterlagen ist aktueller denn je. Das Vorhandensein von vielen Sämlingsunterlagen ist für die Biodiversität genauso wichtig, wie die Existenz von vielen alten Bergischen Obstsorten.
Text: Michael Müller, Olga Voitovych