Die Obstbaumschnittschüler:innen aus Burscheid kümmern sich um die Pflege der Bäume am Kochshof.
(Foto: Michael Müller)
Seit 2021 pflegen die bergischen Obstwiesenretter gemeinsam mit den Mitgliedern des Zugvogels die Obstbäume am Kochshof. Der Kochshof ist der Sitz des Zugvogels, einer Wandervogelgemeinschaft, die in der Tradition der Deutschen Jugendbewegung steht.
In den Jahren 2021 bis 2024 wurden die meisten der ca. 125 Obstbäume wieder in Schuss gebracht. Jährlich fanden Ernteaktionen statt. Die Äpfel wurden zu Bergischen Apfelsaft gepresst. Zwetschgen, Birnen und Mispeln wurden zu leckerem Kuchen, Konfitüre und Ähnlichem verarbeitet.
Der Kochshof hat aber nicht nur Obstbäume, sondern auch Alleebäume, darunter der Kreis der 12 Herzöge. Neben den essbaren Alleebäumen wie Walnuss, Esskastanie, Eberesche, gibt es dort auch Linden und andere Alleebäume, die seit der Pflanzung nicht ausreichend gepflegt wurden. Sie benötigen eine andere Pflege als Obstbäume. Um ein Lichtraumprofil herzustellen, werden sie auf 5–7 m selektiv hochentastet. Dadurch entfalten sie ihre volle Wirkung und Ästhetik als Teil der Bergischen Kulturlandschaft, zu der auch die bergischen Obstwiesen gehören.
Wenn im Rahmen von Schwammstadt- oder ähnlichen Konzepten massenhaft Alleebäume gepflanzt werden, muss die Pflege mitbedacht werden. Um den Fachkräftemangel in der Baumpflege auszugleichen, leistet die Obstbaumschnittschule mit ihrem Lehrgang zur Alleebaumpflege einen wichtigen Beitrag. Wenn der geneigte Spaziergänger zukünftig zum denkmalgeschützten Kochshof wandert, der früher von den Zisterziensern bewirtschaftet wurde, kann er sich an den vorzüglich gepflegten Alleebäumen erfreuen. Sie sind ein weiterer Bestandteil der gepflegten bergischen Kulturlandschaft.
Text: Michael Müller, Olga Voitovych