BUND-Kreisgruppe Rheinisch-Bergischer Kreis
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Vom Edelreis zum eigenen Baum: Obstbaumveredelung am Turmhof

19. April 2025 | Kreisgruppe Rheinisch-Bergischer-Kreis, Landwirtschaft und Ernährung, Streuobstwiese, Baumschutz

Beim Obstbaum-Veredelungskurs am Turmhof lernten Anfänger*innen unter fachkundiger Anleitung von Michael Müller und Rainer Przygoda, wie man Obstbäume richtig schneidet und erfolgreich veredelt. Nach einer Einführung in Theorie und Werkzeug durften alle selbst Hand anlegen und am Ende ihren eigenen jungen Obstbaum mit nach Hause nehmen.

Obstbaumwart Rainer Przygoda gibt den Teilnehmenden praktische Anleitung (Foto: Silvia Pérez)

Am Samstag, dem 19. April 2025, verwandelte sich der Turmhof in ein lebendiges Lernfeld für angehende Obstbaumfreunde. Beim Veredelungskurs für Einsteiger*innen vermittelten Michael Müller (BUND RBK) und Obstbaumwart Rainer Przygoda nicht nur solides Fachwissen, sondern auch jede Menge Begeisterung für alte Obstsorten, handwerkliches Arbeiten und naturnahe Pflege.

Der Workshop begann mit einer lockeren Vorstellungsrunde, in der die Teilnehmenden ihre Erfahrungen und Pläne schilderten: Soll es ein Hochstamm auf der Streuobstwiese oder ein Halbstamm für den Hausgarten sein? Die Gruppe war vielfältig, die Motivation groß.

In den Räumen des Turmhofs ging es zunächst um die theoretischen Grundlagen: Welche Unterlagen gibt es und welche passt zu welchem Baum? Wie funktioniert eine gelungene Veredelung? Und welches Werkzeug wird benötigt? Anschaulich und praxisnah erklärten die Dozenten verschiedene Veredelungsarten wie Kopulation, Okkulation und Pfropfen. Auch Sonderthemen wie die Besonderheiten bei Steinobst wurden verständlich vermittelt. Fragen aus dem Teilnehmerkreis wurden jederzeit aufgegriffen und direkt beantwortet.

Im praktischen Teil vorm Turmhof wurde es dann richtig spannend: Mit Okkuliermessern, Buddy Tape und Reiserholz ausgestattet, wagten sich die Teilnehmenden selbst an die Veredelung. Im Mittelpunkt stand die Kopulation, eine klassische Technik, bei der Edelreis und Unterlage mit schrägem Schnitt passgenau verbunden und sorgfältig umwickelt werden. Zusätzlich wurde auch das Chippen gezeigt und ausprobiert. 

Veredelt wurde auf den bewährten Apfelunterlagen Antonowka und D2212, die robust, triebwüchsig und resistent gegen Apfeltriebsucht sind. Unter fachkundiger Anleitung entstanden so die ersten selbst veredelten Obstbäume, die alle mit nach Hause genommen werden konnten – samt Stolz und Vorfreude auf die ersten eigenen Früchte.

Ein gelungener Tag voller Praxiswissen, handwerklicher Erfahrung und Naturverbundenheit mit viel Raum für Fragen, Austausch und das Entdecken einer alten gärtnerischen Kunst. Ein herzlicher Dank geht an die beiden Referenten Michael Müller und Rainer Przygoda für ihr Engagement, ihre Geduld und ihre ansteckende Leidenschaft.

Wenn Sie den Kurs noch einmal Revue passieren lassen wollen oder einen Eindruck vom praktischen Teil gewinnen möchten: Ein kurzes Video zur Veranstaltung finden Sie hier.

 

Text: Silvia Pérez

 


 

Nächster Obstbaumschnitt-Workshop:

22. Juni 2025: Sommerschnitt für Obstbäume (11:00-16:00 Uhr)

 

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