Wir wollten etwas gegen die sich immer weiter verbreitenden Schottergärten tun.
Statt einer Herabwürdigung dieser versteinerten Flächen wählten wir eine Form der Aufwertung des Gegenteils – der naturnahen Gärten. Sie werden, durch die vielfältigen Pflanzenarten die sie beherbergen, in der Folge auch ein Ort, an dem sich viele Tierarten heimisch fühlen wie z.B.kleine Säugetiere, Insekten und Amphibien.
In einer Umgebung die reich an verschiedenartigen Strukturen ist und eine Vielzahl an Pflanzenarten beherbergt, finden sie Futter und Wohnort für sich und ihren Nachwuchs.
Unsere Kriterien für einen naturnahen Garten waren unter anderem, dass dort vorwiegend heimische Pflanzen wachsen (da unsere heimischen Tierarten an unsere heimischen Pflanzenarten am besten angepasst sind), dass es vielfältige Strukturen gibt wie Trockenmauern, Steinhaufen, Totholz, eine Wasserstelle, wilde Ecken.
Weiter war uns die Art der Bewirtschaftung wichtig:
- Kein Einsatz von torfhaltiger Erde, sondern ein Kreislauf der organischen Stoffe über den Kompost
- keine nackte Erde, die es in der Natur auch nicht gibt, sondern deren Abdeckung mit Bodendeckern oder Mulch
- Regenwassernutzung
17 Gärten haben sich beworben. Es war eine große Vielfalt zu sehen, vom sehr kleinen Hausgarten bis zu über 6000m² Gartenfläche.
In einem Dreier-Team, inklusive Fotografin, haben wir alle Gärten besucht. Um zu einer möglichst gerechten Entscheidung zu kommen, haben wir für jedes der 15 Kriterien zwischen 1-5 Punkte vergeben. Unsere 3 Preise bestanden aus Gutscheinen für heimische Pflanzen über 200,00€, 100,00€ und 50,00€ bei unserem örtlichen Garteneinzelhandel. Darüber hinaus veranstalteten wir im Zuge der Preisverleihung im September eine Pflanzenbörse. Es entstand ein fruchtbarer Austausch mit gegenseitigen Gartenbesuchen und einem Besuch im Naturgarten des Freilichtmuseums Lindlar.
Insgesamt war es eine gelungene Aktion, die sowohl uns als auch den Teilnehmenden viel Spaß gemacht hat und das Wissen über naturnahes Gärtnern und die Verbindung zu Artenvielfalt in Flora und Fauna weiter verbreitet hat.
Text: Gerlinde Neurohr
Bilder: Stella Weber und Gerlinde Neurohr